Mit Monk, Django & Blues im Herzen

Shownotes

In dieser Folge nehme ich euch mit zurück in meine prägenden Jazzjahre – von den ersten Impressionen mit Thelonious Monk und Django Reinhardt bis hin zu meiner ganz persönlichen Blues-Erfahrung in den USA. Ich erzähle, wie Musik, Begegnungen und Zeitgeist meinen Weg geprägt haben, und teile Erinnerungen an legendäre Gitarristen, Clubnächte auf der Reeperbahn und die Magie des Live-Blues.

Erlebt mit mir, wie Jazz und Blues meine Sicht auf die Welt verändert haben, warum ich Beatles und Stones gleichermaßen liebe und wie ein Kuss von Lightnin’ Hopkins zum Soundtrack meines Lebens wurde. Lasst euch inspirieren von Geschichten, Begegnungen und dem unstillbaren Durst nach Musik – stay tuned!

Jazz on a Summer's Day

https://de.wikipedia.org/wiki/JazzonaSummer%E2%80%99sDay

Thelonious Monk

https://de.wikipedia.org/wiki/Thelonious_Monk

Django Reinhardt

https://de.wikipedia.org/wiki/Django_Reinhardt

Stéphane Grappelli

https://de.wikipedia.org/wiki/St%C3%A9phane_Grappelli

The Beatles

https://de.wikipedia.org/wiki/The_Beatles

The Rolling Stones

https://de.wikipedia.org/wiki/TheRollingStones

Lightnin' Hopkins

https://de.wikipedia.org/wiki/Lightnin%E2%80%99_Hopkins

Johnny Winter

https://de.wikipedia.org/wiki/Johnny_Winter

Black Panther Party

https://de.wikipedia.org/wiki/BlackPantherParty

Ornette Coleman

https://de.wikipedia.org/wiki/Ornette_Coleman

Archie Shepp

https://de.wikipedia.org/wiki/Archie_Shepp

Max Roach

https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Roach

Newport Jazz Festival

https://de.wikipedia.org/wiki/NewportJazzFestival

Transkript anzeigen

00:00:07: Hello and welcome to MJC, Marianne's Jazzcast.

00:00:14: Ich bin Marianne Tastappen und ich freue mich, dass ihr dabei seid!

00:00:17: Mir geht es um Geschichten und Geschehen – um Menschen und Musik aus aller Welt und aus vielen Zeiten Und hin und wieder werde auch Gäste haben.

00:00:27: In Folge II erzähle ich Euch, was mich in den Neunzehntzigern besonders berührt hat.

00:00:32: Meine zweite Jazzdekade begann neunzehnundsechzig mit dem schönsten Jazzfilm die man sich damals wünschen konnte – Mit «Jazz on a Summer's Day, Jazz an einem Sommerabend» ein dokumentarer Film aufgenommen im Juli-Ninzenen und fünft sich beim Newport Jazz Festival.

00:00:48: Und in diesem Film hörte und sah ich zum ersten Mal auch mal den Lieblingspianisten und Komponisten Thelonius Monk.

00:00:56: Seine Initialen sind die Meinen zwar in umgekehrter Reihenfolge, aber immerhin.

00:01:01: Und es gibt wohl kaum einen Monk-Fan der nicht seine Komposition roundabout Midnight oder Epistrophe kennt.

00:01:09: Zu einem meiner Lieblingstitel von ihm gehört auch Mysterioso.

00:01:23: ist und bleibt für mich ein wahres, unergründliches wunderbares Mysterium.

00:01:31: Wer damals eine Gitarre besaß fand auch ganz schnell Kontakt zu anderen Jugendlichen mit Interesse am Jazz.

00:01:37: Man tauschte sich aus und so gesellte sich zu den Kenntnissen im Allgemeinen über Musiker von Swing, Bob and Rhythm & Blues.

00:01:45: Im Speziellen die Neigung zu den amerikanischen Jazz-Elektrogitaristen – von Charlie Custon, Les Paul, Wes Montgomery, Grant Green, Herb Alice, Barney Kessel, Jim Hall bis zu….

00:01:56: ich kann sie gar nicht alle aufzählen!

00:01:59: Doch der Stern an der akustischen Jazzgitarre stammte aus Europa Aus Belgien.

00:02:04: Er war ein Manusch und die Fans wissen es schon, er hieß Django Reinhardt.

00:02:10: Sein Gitarrenspiel vor allem mit dem Quarantetti-Ortglübte Frans ist von einer unnachahmlichen Magie erfüllt.

00:02:17: Einmal angefangen Platten von Django aufzulegen – und du hörst nicht wieder auf!

00:02:22: Um nur einige Beispiele zu nennen Swing Thirty Nine, Minor Swing, Nuage… Alles Klassiker von Djongo Reinhart zusammen mit Stefan Grappelli an der Geige.

00:02:32: Kurzum in meiner Frühzeit waren die Quellen, an denen ich meinen Jazz durchstlöschte.

00:02:38: Schallplatten, Radio, Bücher, Amerika Haus, Kinos, Konzertsäle, Plattenläden und vor allem natürlich der lebhafte Austausch mit Gleichgesinnten.

00:02:49: Anfang der Sechzigerjahre ging ich zum Tanzen in die angesagten Clubs und auf der Reperbahn im Top Ten himmelte ich eine britische Band an, die nichts aber auch gar nix mit Jazz zu tun hatte.

00:03:01: Aber super Musik machte!

00:03:03: Etwas später kämpften die Typen ihre Hartollen nicht mehr mit Gel zurück sondern traten auf mit einer weichfallenden Pilzkopffrisur.

00:03:11: Sie nannten sich The Beatles und ihre schärfsten Konkurrentinnen waren auch Engländer Und die nannten sie the Rolling Stones.

00:03:19: Ich habe mich stets geweigert, die eine Band der anderen vorzuziehen.

00:03:22: Ich mag sie beide immer noch!

00:03:24: Ich höre Norwegian Wood von den Beatles genauso gern wie Wild-Wild Horses von den Stones – beides Songs von nineteen fünf und sechzig.

00:03:33: Ende jenes Jahrzehnts erfüllte sich auch mein großer Traum.

00:03:36: ich lebte für längere Zeit in den USA.

00:03:39: Ich wollte sehen und hören wo der Jazz seine Wurzeln hatte.

00:03:43: Meine Reise begann in New York, nur Rochelle, wo ich bei Bekannten nächtigte, die mit Jazz überhaupt nichts am Hut hatten.

00:03:50: Doch allein traute ich mich damals doch noch nicht nach Harlem oder nach Midtown, wenn hätten in Die Fifty-Second Street.

00:03:57: Mit dem Greyhound Bus ging es von New York durch die Südstaaten nach Houston, Texas – dort liebte meine Gastfamilie der Ich Privatdeutsche Unterricht erteilen sollte.

00:04:06: und ich hatte die Gelegenheit in einer der dochtigen Universitäten ein Blükskonzert zu besuchen.

00:04:12: Und darüber hatte ich damals geschrieben in mein winziges Tagebuch nicht größer als eine schmale Zigarettenschachtel.

00:04:19: Dieses kartonierte Mini-Heft trug ich in den USA immer bei mir, und so hatte ich noch in der Nacht vom vierzehnten zum fünfzehn November nineteenzeit achtundsechzig mit dem Kugelschreiber klitzeklein folgendes Erlebnis festgehalten.

00:04:35: Gorsch wurde neid!

00:04:36: Ich weiß nicht wie ich anfangen soll zu erzählen... ...ich weiß es immer noch

00:04:40: nicht.".

00:04:40: obwohl ich schon einen Schluck Brandy und etliche Züge aus meiner Zigarette genommen habe.

00:04:45: Now listen, this is really blues – the happy blues.

00:04:49: Leitnen Hopkins hat mich geküsst!

00:04:52: Oder ich ihn?

00:04:53: Das kam so.

00:04:55: Im Music Center war ein großer Blues-Abend mit Lightshow.

00:04:59: Zwei ineinander gingen die Räume völlig leer.

00:05:01: In einer Ecke eine riesige Wand aus weißen Plastik davor das Podest in der Diagonalecke die Zauberer der Lichtmaschine.

00:05:10: Ein fantastisch komischer Anblick, wie die langmähnigen Männer im Rhythmus der Musik die Farbklappen vor den Scheinwerfern auf- und niederbewegten mit beiden Händen.

00:05:19: Die Arme erhoben den Körper mitschwingend!

00:05:22: Die erste Schock Beat Blues.

00:05:24: Detonation erfolgte von The Shades einer Gruppe aus Houston.

00:05:27: Sie waren so laut dass sie Zwischenpausen in ihrer Ruhe schmerzten.

00:05:32: Ein fabelhafter Anfang, um die Menge in Stimmung zu bringen.

00:05:36: Ah ich vergaß!

00:05:37: In dem schon beschriebenen Raum nichts – kein Gestühl, keinen Platzanweiser Hurra sondern ein riesiger Kissenberg in einer Ecke.

00:05:44: Jeder nahm sich so viel wie er brauchte.

00:05:47: Außerdem stand da ein T-Wagen Smokers Grab Ash Tray.

00:05:51: So kann man das machen.

00:05:52: es geht fantastisch.

00:05:53: so Zufrieden lag Kniedhöhe und hockte also alles herum, rauchend, Kukka-Eißwürfel schlürfend und ließ sich von den Shades und die Lichtmachern aufregen.

00:06:05: Danach hatte Big Water Price einen schweren Job – er war furchtbar kommerziell aber ich weiß ja du hast nicht immer den Blues!

00:06:12: Und dabei spielte er ein hervorragendes Piano.

00:06:16: Nun danach wurde der Blues wieder weiß.

00:06:18: eine andere Gruppe aus Houston featuring guitarist Johnny Winter.

00:06:23: Seine Gruppe sah wirklich aus, als sei sie gerade der Hölle entsprungen.

00:06:26: Flashlight!

00:06:27: Du hast den Eindruck hunderte von Fotos in irrsinnig schneller Reihenfolge zu sehen.

00:06:31: Links ein abgemagerter Knabe im schwarzen Hosen, blau-graues Hemd, Von der Hose durch einen Gürtel mit immenser silberner Schnalle getrennt.

00:06:40: Ein feuriger wehender Schalschlips dessen Bewegung die Platinblonde lange Haarmäne mitmacht.

00:06:46: Die Gitarre, die dieses Gestellspiel haut mich um.

00:06:50: Er soll einer der besten Gitarristen der Welt sein – dieser Abend liefert den Beweis!

00:06:55: Johnny Winter spielt den weißen Blues mit allem was er hat und ich habe das verstanden und aufgenommen.

00:07:01: Sogar mal die Waters-Nummern kommen schmerzlos über die Rampe.

00:07:05: Ein deutscher Zweifinger im Mundpfiff drückt meine Begeisterung

00:07:08: aus.".

00:07:10: In der Mitte schafft sich ein schwerer Mann schwer am Schlagzeug.

00:07:13: Unter dicker, schwarzer Fellmütze mit Krämpfe quillt eine rot-lockige Masse Haares hervor – der Bart kann dagegen kaum etwas ausrichten!

00:07:22: Der Mann arbeitet an seinem Schlagzeuge Teufel auch.

00:07:26: Der Bassist rechts ist sehr ruhig, er zupft allerdings seine Bassseiten.

00:07:30: In der Zwischenzeit haben sie zwei Schwarze durch die Tür gezwängt.

00:07:34: Leidnen Hopkins wird einen schweren Job haben, nach Johnny's aufregenden white screamy blues.

00:07:40: Wird der wirklich?

00:07:41: Er setzt die Gemüter sofort zurecht!

00:07:43: Der Verstärker wird leiser gestellt.

00:07:46: I wanna hear what i'm gonna play... ...I wanna make my guitar talk to you and me And lord.

00:07:51: he did Leitnen Hopkins, auf einem Drehstuhl ab und zu streckte das Bein vor in Begeisterung.

00:07:58: Und er spricht berät mit ihr seiner Gitarre.

00:08:01: Er hat sie lieb!

00:08:03: Sie hat eine Seele und ihre Seele gehört ihm und erstreichelt sie.

00:08:07: Auch seine Schläge sind zärtlich – und sie reagiert lieb darauf.

00:08:11: Yeah they know the blues.

00:08:13: Leidnen hatte einen seiner Verwandten mitgebracht, der gerade von einer Krankheit, die der Whisky verursacht hatte, genesen war.

00:08:21: So dass er sich ihm das Zwiegespräch einschalten konnte und er hatte auch Verstärkung mitgebrach – die Mundharmonika!

00:08:28: Die Lichtorgelmänner verstanden was hier passierte.

00:08:31: Blasen, Sternenartige herrlich farbige Dinge liefen dabei die Plastikwand und leitenden sang und sprach, und spielte den Blues um dessen Willen ich gekommen war.

00:08:42: Hier hatte ich ihn!

00:08:44: I wish i could have him all night

00:08:45: long!".

00:08:47: Es war einer der Zufälle des das Auto meines Begleiters neben seinem Stand.

00:08:52: Er sprach zuerst mit einigen Geis – Ich bat meinen Begleiter ihm zu fragen wo er sonst in Justensänge?

00:08:58: Aber der Begleitter was just too embarrassed….

00:09:00: So, I got out of the car went over and asked him.

00:09:03: Told him how much i loved it that he really is my favorite concerning the blues And how childish in a way.

00:09:12: told him off the record I bought at Denmark Yeah!

00:09:15: He listened...he liked me called his baby His angel and simply asked to kiss him.

00:09:22: Du glaubst es nicht?

00:09:24: So habe ich mit meinen Lippen den Blues auf seinem Mund gefühlt, soweit mein historischer Tagebucheintrag vom November-Nuznitzhundertsechzig in Houston, Texas.

00:09:35: Einen enormen Eindruck auf mich machte damals der Vortrag von zwei Vertretern der Black Panther Party vor einer Versammlung von weißen Studenten – eine der beiden Schwarzen beendete seinen Vortag mit den Worten Now We Know!

00:09:51: Was wusste ich als Weiße in den Kreisen weißer Studenten denn?

00:09:55: Und über die Studentenunruhen in Europa wurde im amerikanischen Fernsehen nur am Rande berichtet.

00:10:02: Mich interessierte in den USA das Thema der Rassentrennung sehr, doch in dem konservativen Kreis, in dem ich lebte, wurde das Thema eher verdrängt.

00:10:12: In einem Plattenladen entdeckte ich das Album Free Jazz – A Collective Improvisation vom Saxophonisten Ornett Cohnman Und ich hatte das Gefühl, dass die Musiker auf ihren Instrumenten sich nicht nur ihrem Schmerz über die Rassendiskriminierung aus dem Leib schrehen sondern ganz bewusst mit allen Konventionen brachen durchaus parallel zur bildenden Kunst.

00:10:37: In Houston hörte ich keinen Free Jazz-Musiker live.

00:10:40: Erst Jahre später erlebte ich Archie Shep und Max Roach jeweils in Hamburg.

00:10:46: Ein kurzer Besuch in New Orleans hingegen bohrt traditional Jazz, denn den erwarteten die Touristen dort.

00:10:53: In einem der Clubs stand auf einer großen Tafel any request free when the Saints go marching-in – five dollars!

00:11:01: Als Privatlehrerin, Übersetzerinnen und Studenten der Kunstgeschichte blieb mir in Texas für Life Jazz ohnehin nicht allzu viel Zeit aber ich hatte ja meine Gitarre und den Blues.

00:11:12: Dann ging es wieder zurück nach Europa, also auf in die neunzehntsiebziger Achtziger.

00:11:18: Und da spielte Im Jazz vor allem der Rock eine Rolle!

00:11:23: Funk & Fusion waren nun angesagt und ich hatte einige für mich sehr bedeutsame Begegnungen und darüber werde ich gern in weiteren Folgen von MJC-Majanes Jazzcast erzählen.

00:11:35: Marianne Tastappen dankt euch fürs Zuhören – also auf bald und stay tuned!

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